RRK Intern

Grüne Welle auf der Maas (Meuse)

25.06.2018

Auf der Maas von Frankreich nach Belgien

Wie in einer der letzten Ausgaben des Rudersports zu lesen war, findet die Wanderfahrt von Sedan nach Namur jedes Jahr statt. Dies könnte Rudi Strohmeier und Hélène Perdreau inspiriert haben, diese Strecke für die zweijährliche Frankreich-Wanderfahrt des RRK auszuwählen. Doch die Rudertour durch die Ardennen hatten die beiden schon länger im Sinn.

Ca. 15 Ruderer und Ruderinnen fanden das Angebot verlockend. Dazu kam noch ein kleiner Begleittroß von Nichtruderern. Hauptmanko – das sei gleich vorweggenommen – war der Umstand, daß etwa die Hälfte der Gruppe mit Wohnwagen und -mobilen auf Campingplätzen übernachtete, während die andere Hälfte in Hotels untergebracht war, so daß man sich – abgesehen von dem ersten gemeinsamen Abendessen im Hotel in Sedan, dem Abendessen im Hotel Robinson in Haybes und dem Grillfest am letzten Abend auf dem idyllischen Campingplatz in Malonne – fast nur im Boot oder zufällig bei einem Stadtspaziergang traf.

Auch mit dem Ruderwetter hat es dieses Mal nicht ganz geklappt, mußten die Crews doch schon am zweiten Tag einen heftigen Hagelschauer über sich ergehen lassen, der aber insofern auch seine gute Seite hatte, als wir dadurch die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft einer Familie in Flize erfahren durften, die den völlig durchnäßten Ruderern Schutz bot, indem sie ihre Garage öffnete, sie mit Handtüchern und schließlich sogar Kaffee und Kuchen versorgte, so daß sich die Stimmung rasch wieder besserte.

Einen zweiten Regentag erlebten wir auf der internationalen Etappe von Givet in Frankreich nach Dinant in Belgien. Aber sonst hatten wir gutes Ruderwetter und konnten die täglichen Etappen zügig hinter uns bringen, weil uns die freundlichen Begleiter von der vnf (Voies Navigables de France) sämtliche Schleusen öffneten, so daß wir praktisch eine grüne Welle hatten, das Signal schon von weitem auf Grün sehen und direkt in die Schleusen einfahren konnten, die nach dem letzten Boot sofort geschlossen und in Gang gesetzt wurden, so daß wir die Schleusen fast im Viertelstundentakt bewältigen konnten.

Einige Streckenabschnitte, die wir geplant hatten, erwiesen sich als nicht befahrbar, so z. B. die Durchquerung von Charleville-Mézière. Keine Schwierigkeiten stellten dagegen die beiden Tunnels, der kürzere bei Revin und der längere bei Ham sur Meuse, dar, die man mit entsprechender Vorsicht sogar durchrudern konnte. Durch sie wurde die Strecke der windungsreichen Maas um einige Kilometer verkürzt.

Touristische Highlights waren die Festung von Sedan in der Ortsmitte, der Place Ducale von Charleville-Mézières mit dem Rimbaud-Museum in unmittelbarer Nähe, der Grenzort Givet vor Belgien, wo uns im dortigen Ruderclub (Club Nautique Givetois Aviron) ein herzlicher Empfang bereitet wurde, und dann – in Belgien – die Städte Dinant und Namur mit ihren Zitadellen, die freilich auch an die leidvolle Vergangenheit dieser Städte erinnern, die in beiden Weltkriegen von den Deutschen heimgesucht worden waren.

Dinant rühmt sich, der Geburtsort von Adolphe Sax, dem Erfinder des Saxophons, zu sein, der in den Straßen der Stadt mit seinen Instrumenten allgegenwärtig ist und – in Bronze gegossen – vor seinem Museum auf einer Bank sitzt. Nur ein paar Häuser weiter stößt man auf eine faszinierende Skulptur, die der Bildhauer Félix Roulin, ebenfalls gebürtig in Dinant, geschaffen und Adolphe Sax gewidmet hat.

Namur ist die Geburtsstadt des Malers, Zeichners und Graphikers Félicien Rops, der zufällig auch Begründer des Königlich belgischen Ruderclubs (Royal Club Nautique Sambre et Meuse jumelé avec Aviron Sedanais) in Wépion, einem Vorort von Namur, ist, bei dem wir offiziell empfangen und mit T-Shirts mit Rops-Motiven beschenkt wurden. Ansonsten sind Rops‘ Werke in einem sehenswerten Museum im Herzen der Stadt zu bewundern. Ein weiterer Anziehungspunkt der Stadt ist natürlich die weitläufige Zitadelle, die den Zusammenfluß von Maas und Sambre überragt, die die Ruderer im Zuge der letzten Etappe von Wépion nach Namur bis zur ersten Schleuse beruderten.

Nicht unterschlagen werden sollte das verbindende gemeinschaftliche Grillfest, zu dem die Camping-Gruppe die Hotelleute am letzten Abend nach Malonne eingeladen hat und bei dem man bei Speis‘ und Trank die Erlebnisse der letzten Tage Revue passieren lassen konnte.

Manche Sehenswürdigkeit, die nur die Nichtruderer besuchen konnten, mußten wir links liegen lassen, so z. B. das Schloß Freÿr, das unweit von Dinant direkt am Fluß liegt. So haben verschiedene Teilnehmer der Wanderfahrt unterschiedliche Eindrücke mit nach Hause gebracht. Doch alle waren sich einig, daß sich die Reise gelohnt hat, für deren Organisation Rudi Strohmeier und Hélène Perdreau herzlich zu danken ist. 

Text und Fotos (s. Fotogalerien): Rudolf F. Dietze

 

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