RRK Intern

Donaufahrt mit dem RRK (Ein Gastbeitrag)

28.06.2017

Dieser Beitrag über die gemeinsam mit Ingelheimer Ruderkamerad/inn/en durchgeführten Wanderfahrt von Linz nach Krems kommt von der Ingelheimerin Dorothee Folger, die diese Erstbefahrung mit viel mehr Begeisterung beschreibt, als ich es hätte tun können.  (RFD)

Vom 24.5. bis zum 28.5.2017 lud uns der Regensburger Ruderklub unter Hans Thumann zu der nun mittlerweile schon zur kleinen Tradition gediehenen zweijährlichen gemeinsamen Wanderfahrt ein, die dieses Jahr auf der Donau in Österreich von Linz bis Krems in der Wachau stattfinden sollte.

Sieben Ingelheimer nahmen rudernd teil: Hans, Hajo, Uta, als tapfere Wanderfahrtsneulinge unser Küken Kai und Susanne W. sowie Dörte und ich. Claudia war als Begleitung und freundliche Fahrerin mit dabei. Die doch recht nervige Fahrt nach Österreich übernahmen dankenswerterweise Hans und Hajo.

Die Regensburger waren als Gruppe so stark, dass wir insgesamt immer fünf Boote auf dem Wasser hatten, dazu kamen Fahrer von Bus und Bootswagen sowie Radler. Alle zusammen eine riesige Gruppe, die mir erstmal wegen der Unübersichtlichkeit und geahnten organisatorischen Umständlichkeiten einen ordentlichen Schrecken eingejagt hat. Um es vorweg zu nehmen: Alles klappte dank einer überragenden Organisation von Hans Thumann wirklich hervorragend. Danke, Hans!

Los ging es am Treffpunkt in einem gemütlichen Hotel in Enns direkt am Hauptplatz. Zwar ist Enns die älteste Stadt Österreichs, von der Position des Hauptplatzes oben auf einem Hügel aus gesehen allerdings eher ein zauberhafter Flecken. Dörte und ich hatten jedenfalls Mühe, bei einer ersten Begehung buchstäblich jeder Straße mehr als 30 Minuten zu füllen. Abends gab es ein gemeinsames Abendessen im Hotel und sogar für mich gab es einige oberflächlich bekannte Gesichter aus meinem allerersten Ruderjahr in Ingelheim, in dem ich schon an einer Tagesfahrt mit den Regensburgern teilnehmen durfte.

Am nächsten Morgen ging es quasi zurück nach Linz; dort wurden fünf tadellose Schellenbacher-Boote im Schatten der Werft im Winterhafen aufgeriggert und das Spiel begann: Wer mit wem in einem Boot? Da ich fast immer ausschließlich  mit Regensburgern im Boot gelandet bin, war alles neu und alles interessant. Vor allem sprachlich. Fazit des ersten Tages: Ich verstehe die Sprache des Obmanns und manch anderer zwar nicht, aber es wurde hervorragend für Boot und Mannschaft gesorgt. Danke, Peter!

Die Fahrt ging nach Wallsee, das im Schleusenbereich an einem kleinen Nebenarm der Donau liegt. Vorher waren 39 km und zwei Staustufen zu bewältigen. Staustufen oder Schleusen sind eine heikle Angelegenheit, natürlich nicht nur in Österreich. Es gilt eine Rettungswestenpflicht, eine erstaunliche, aber letzten Endes doch sinnvolle Auflage, denn eigentlich, so hieß es, werden Sportboote in Österreich grundsätzlich nicht geschleust. Für die Ingelheimer kein Problem, die Regensburger kämpften sich jedoch mit kühlschrankgroßen Stabilwesten im Michelinmännchen-Look Richtung Schleuse. Der Einsatz wurde belohnt: Wir wurden geschleust. Danke, Ulrike! 's ging sich immer aussi! 

Der Weg ging in Sichtweite wieder an Enns vorbei, Mauthausen mit der KZ-Gedenkstätte lag backbord. Es wurde ausnahmsweise an diesem Tag mal etwas kabbeliger, aber alles lief gut. Das Wasser war ansonsten gnädig, auch die zweite Schleusung klappte, in Wallsee mussten die Boote hoch zum Ruderverein ordentlich geschleppt werden, aber es gab keine Zwischenfälle und wir hatten einen wunderbaren Tag. 

Die Fahrdienste standen schon bereit, es ging zurück ins Hotel nach Enns, tolle Landschaft auch auf der Autofahrt und abends ein weiteres Abendessen auf dem schönen Hauptplatz im Angesicht des eindrucksvollen Stadtturms. Anschließend bestand die Möglichkeit, an einer Türmeführung teilzunehmen, von der nur Gutes zu hören war und Schnaps gab es obendrein. In einem Hinterhofbiergarten war es allerdings auch sehr schön.

Der zweite Rudertag versprach, mit 48 Kilometern und viel Sonne kernig zu werden. Es sollte von Wallsee nach Pöchlarn gehen, morgens wieder die Schicksalsfrage, wer mit wem . . . Auch hier wieder neue Kontakte und spannende zwischenmenschliche Erfahrungen. Endlich war neben mir noch ein weiterer bekennender Angsthase im Boot, der mich allerdings neben der nunmehr geteilten Angst (= halbe Angst!) um die Auflösung eines persönlichen Rätsels gebracht hat. Bei jeder Schleusenausfahrt wurde mehrstimmig gejodelt, das gab ein pralles Echo und war herrlich, und kam, man möge mir verzeihen, in meiner Vorstellung vom Band.  Dazu später. Wegen Schwatzhaftigkeit mit meinem Angstpartner wurde ich getadelt, wofür ich allerdings am folgenden Tag "büßen" musste, lieber Helmuth. Irgendwann kam auch Hajo, den das Pech an diesem Morgen zum Fahrer machte, wieder an Bord. Hajo, der bekanntlich den Luxus liebt, kann man übrigens eine große Freude mit einer Waschmaschine im Hotelzimmer machen, wer hätte das gedacht!?

Eine Mittagsrast fand an glitschigem Ufer in Ybbs statt; wer schnell war, fand ein gemütliches Lokal und konnte dort z.B. einen Affogato, den wir erst einführen und erklären mussten, ordern, alles wunderbar. Dennoch suchte die Glitschigkeit ihr Opfer beim Wiedereinstieg in die Boote und fand es in Helmuth.  Verletzungen gab es dem wirklich gefährlichen Anschein zum Trotz zum Glück keine. Es wurde Trockenes für untenrum von Giselher durchs Boot gereicht und die Schlagfrau musste mit dem Kommando "alle Augen backbord" für Privatsphäre für den Steuermann sorgen. 

Ohne große Zwischenfälle ging es dann durch den Nibelungengau nach Pöchlarn, der Geburtsstadt Kokoschkas übrigens, aber für solche Feinheiten hatten nur die Radfahrer Zeit. Praktischerweise konnten wir direkt im Ort anlegen, nachdem wir gefühlt kilometerlang am Kloster Maria Taferl vorbei gerudert waren und uns die abg'soffene allgegenwärtige Marille nach dem Abendessen redlich verdient hatten.

Die letzte Etappe führte nach Stein bei Krems in der Wachau, wir wurden ein letztes Mal geschleust, dank Ulrikes freundlicher Anfrage auch hier wieder ohne Wartezeit, was zu einer Erfolgsquote von unglaublichen 100 % führte,  ganz toll! Bei der Ausfahrt aus der Schleuse fiel der Blick direkt auf das wirklich imposante Stift Melk. Es wurde am Ufer immer malerischer, mit Schönbühel passierten wir das Tor zur Wachau, es folgte Spitz mit der berühmten Weinlage Tausendeimerberg und kurzer Rast für zwei Boote, dazu eine freundliche und fast gerannte Kurzführung durch den Ort von Ulrike, ganz herzlichen Dank auch hierfür! Das Wasser war danach nicht mehr ganz so gnädig, der Schiffsverkehr nahm deutlich zu, die Bojen lagen dichter und Steuerfrau und Obmann waren konzentriert und aufmerksam. Zumindest in den meisten Booten.  Hierzu kann Kai schreckgeplagt Genaueres erzählen. 

Es folgten Weißenkirchen, wo Uta nochmal bis zum Hals eine Erfrischung in der Donau nahm, dann die Kirche St. Michael mit ihren in Stein gemeißelten (heiligen?) hoppelnden Häschen auf dem First und das zauberhafte Dürnstein mit der weithin sichtbaren Stiftskirche in auffälligem blau-weiß, dem Postkartenwahrzeichen der Wachau.

In Stein bei Krems war die Tour zu Ende, sehr schade, abends hatte Hans in einem wunderschönen Weinlokal in der Altstadt im Innenhof das Abendessen geplant, vorher gab es sogar noch eine kleine Weinprobe, bei der auch der in Niederösterreich (sowie bei uns am Tisch) allgegenwärtige Grüne Veltliner verkostet wurde und wir etwas, aber auch wirklich nicht sehr viel, über seine "Gewichtsklassen" Steinfeder, Federspiel und Smaragd lernen konnten.

Ach ja. Mit dem Jodeln geht es so: Der RRK hat eine Jodelgruppe, die unter Anleitung von Brigitte vielstimmig und abwechslungsreich das Jodeln betreibt und das dann bei der Schleusenausfahrt live zum besten gibt. Wirklich wahr. Für mich als unmusikalische Norddeutsche war das fast nicht zu glauben, aber es war toll! Herzlichen Dank für diese schönen Einlagen!

Wir hatten eine tolle Fahrt durch eine wunderschöne Landschaft, hervorragendes Wetter, Kameradschaft im besten Sinne und eine reibungslose Organisation. Für all das ein ganz herzliches Dankeschön!

Wir freuen uns auf weitere gemeinsame Fahrten, aber vielleicht gibt es ja schon bald ein Wiedersehen bei der Regensburger Stadtrundfahrt?

Dorothee Folger

 

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